Für mich soll´s Rote Rosen regnen
Musikalisch-seelisches Portrait der Hildegard Knef Von James Edward Lyons Musikalische Arrangements von William Ward Murta
"Für mich soll's rote Rosen regnen, mir sollten sämtliche Wunder begegnen; die Welt sollte sich umgestalten und ihre Sorgen für sich behalten. Und heute sage ich still: Ich sollt' mich fügen, begnügen, ich kann mich nicht fügen, kann mich nicht begnügen, will immer noch siegen, will alles - oder nichts" ...
Man schreibt das Jahr 1975: Hildegard Knef ist auf dem Höhepunkt ihrer beruflichen Karriere, doch privat in einer tiefen Krise. Der 50-jährige deutsche Weltstar, dem Krebs-Tod knapp entronnen, doch vom Ehemann gerade verlassen und unter Geldmangel leidend, sitzt vor seiner Schreibmaschine und blickt in den Spiegel der eigenen Vergangenheit. Da trifft die "Knef" die junge "Hilde": zwei Frauen, eine Person. Sie streiten sich, fallen sich ins Wort, eine Achterbahn der Gefühle beginnt. Schonungslos rechnet die Knef mit sich selbst ab. "Wer war glücklich, dass du gelebt hast?" In über 30 Chansons, sowie Gedichten und Passagen aus ihren Erinnerungsbüchern lässt James Edward Lyons das Leben der Knef von den dramatischen Kriegserlebnissen über die Trümmerzeit in Berlin, den Wiederaufschwung der Bundesrepublik mit dem Skandal um die Sünderin bis zum Broadway mit seinen über 600 Vorstellungen der Silk Stockings lebendig werden. Arbeitswut und physische Erschöpfung, maßlose Sehnsucht und ein rastloses Leben führen die Knef in die körperliche und seelische Katastrophe. Nur mit ihrem unerschrockenen Mut und dem unbändigen Willen holt sie sich wieder zurück ins Leben. Und am Ende macht Eins und eins in diesem Fall nicht zwei, sondern eins. Spieldauer ca. 90 Minuten, keine Pause
AUS DER PRESSE:
Mit dem musikalisch-seelischen Knef-Portrait "Für mich solls rote Rosen regnen" von James Edward Lyons ist den Städtischen Bühnen Münster ein zu Herzen gehender Saisonstart gelungen. Mit Kathrin-Marèn Enders und Christiane Hagedorn stellen zwei Schauspielerinnen einschneidende Situationen im Leben Hildegard Knefs anhand ihrer Lieder vor. Ohne die sowieso unnachahmliche Diva zu imitieren gelingen ihnen ausdrucksstarke Momente, in denen ihr Bild, Blondhaar und Stupsnase, unversehens mit dem der Knef verschwimmt.
Wie die Chansons der 1925 geborenen, 2002 gestorbenen Filmschauspielerin, Sängerin und Autorin Selbstvergewisserungen sind, die ihr Leben begleiten, so sind die Texte zwischen den Liedern als spritzige Zwiegespräche zwischen verschiedenen Persönlichkeitsanteilen der Knef angelegt. Im roten Kleid verkörpert Kathrin-Marèn Enders die junge, stürmisch empfindsame "Hilde", die von der überragenden Christiane Hagedorn im grünen Hosenanzug (Bühne und Kostüme: Tina Toeberg) als der älteren, gereiften und kratzbürstiger gewordenen "Knef" schon mal zusammengestaucht wird. Als die Lebensgeschichte zu dem Film "Die Sünderin" kommt, der wegen Knefs nackter Brüste in der noch jungen Bundesrepublik einen Sturm der Entrüstung entfachte, weist die Ältere der Jungen unsentimental die Zuständigkeit fürs Pornographische zu - ohne dass die zurückhaltende Regie Katrin Herchenröthers diesbezüglich geweckte Erwartungen bedienen würde.
Es sind nicht so sehr die einzelnen Stationen im intensiven Leben der Knef mit ihren Höhen und Tiefen, die fesseln, von der ersten Liebe, dem ersten Kuss bis zum letzten. Es berührt die unbedingte Liebe zum Leben, das gelebte Credo, das auch die Lieder trägt: dass es nur die Liebe ist, die das Leben lebenswert macht. Die authentischen Chansons sind meilenweit entfernt von sentimentaler Schnulze und oberflächlicher Schnoddrigkeit und berühren unmittelbar in ihrer ungeschützten Aufrichtigkeit.
Meist am Flügel, aber auch am Keyboard, mit dem Saxophon und der Ziehharmonika begleitet Robert Kretzschmar swingend und erfreulich unaufdringlich die Sängerinnen, ohne die manchmal etwas ungestüm davoneilende Enders immer einfangen zu können. Im musikalischen Arrangement William W. Murtas trifft er den richtigen, lebendigen Ton für eine Liedkultur, die es so nicht mehr gibt.
Als nach eindreiviertel Stunden das titelgebende "Für mich soll"s rote Rosen geben" erklingt, kann sich das vom reflektierten Licht einer Discokugel angestrahlte Premierenpublikum dem Wunsch nicht entziehen, dass dies der Knef - und ein bisschen ihm selber auch - zu gönnen gewesen wäre, und spendet langanhaltend begeisterten Beifall.
Hanns Butterhof, Recklinghäuser Zeitung, 23. September 2011
...Trumpf des 90-minütigen Abends mit Robert Kretzschmar am Klavier bleiben die Songs, für die die Knef selbst auch Texte geschrieben hat. „Ich bin zu müde, um schlafen zu geh´n“ singt sie zu Beginn, zwischendurch geht´s bergab, sie braucht Tapetenwechsel, am Ende dürfen rote Rosen regnen: Nachkriegsgeschichte, die sich in einem bewegenden Leben und starken Liedern spiegelt...
...Der Mann am Klavier wurde gleich im ersten Song erschossen, stand zum Glück aber wieder auf und spielte so virtuos wie das komplette UFA-Filmorchester: Für Robert Kretzschmar sollte es die meisten roten Rosen regnen....
Regie: Katrin Herchenröther
Bühnenbild und Kostüme: Tina Toeberg
Musikalische Leitung: Robert Kretzschmar
Dramaturgie: Wilfried Harlandt
Mitwirkende:
Kathrin-Marén Enders (Hilde)
Christiane Hagedorn (Knef)
Robert Kretzschmar (Piano)
Man schreibt das Jahr 1975: Hildegard Knef ist auf dem Höhepunkt ihrer beruflichen Karriere, doch privat in einer tiefen Krise. Der 50-jährige deutsche Weltstar, dem Krebs-Tod knapp entronnen, doch vom Ehemann gerade verlassen und unter Geldmangel leidend, sitzt vor seiner Schreibmaschine und blickt in den Spiegel der eigenen Vergangenheit. Da trifft die "Knef" die junge "Hilde": zwei Frauen, eine Person. Sie streiten sich, fallen sich ins Wort, eine Achterbahn der Gefühle beginnt. Schonungslos rechnet die Knef mit sich selbst ab. "Wer war glücklich, dass du gelebt hast?" In über 30 Chansons, sowie Gedichten und Passagen aus ihren Erinnerungsbüchern lässt James Edward Lyons das Leben der Knef von den dramatischen Kriegserlebnissen über die Trümmerzeit in Berlin, den Wiederaufschwung der Bundesrepublik mit dem Skandal um die Sünderin bis zum Broadway mit seinen über 600 Vorstellungen der Silk Stockings lebendig werden. Arbeitswut und physische Erschöpfung, maßlose Sehnsucht und ein rastloses Leben führen die Knef in die körperliche und seelische Katastrophe. Nur mit ihrem unerschrockenen Mut und dem unbändigen Willen holt sie sich wieder zurück ins Leben. Und am Ende macht Eins und eins in diesem Fall nicht zwei, sondern eins. Spieldauer ca. 90 Minuten, keine Pause
AUS DER PRESSE:
Mit dem musikalisch-seelischen Knef-Portrait "Für mich solls rote Rosen regnen" von James Edward Lyons ist den Städtischen Bühnen Münster ein zu Herzen gehender Saisonstart gelungen. Mit Kathrin-Marèn Enders und Christiane Hagedorn stellen zwei Schauspielerinnen einschneidende Situationen im Leben Hildegard Knefs anhand ihrer Lieder vor. Ohne die sowieso unnachahmliche Diva zu imitieren gelingen ihnen ausdrucksstarke Momente, in denen ihr Bild, Blondhaar und Stupsnase, unversehens mit dem der Knef verschwimmt.
Wie die Chansons der 1925 geborenen, 2002 gestorbenen Filmschauspielerin, Sängerin und Autorin Selbstvergewisserungen sind, die ihr Leben begleiten, so sind die Texte zwischen den Liedern als spritzige Zwiegespräche zwischen verschiedenen Persönlichkeitsanteilen der Knef angelegt. Im roten Kleid verkörpert Kathrin-Marèn Enders die junge, stürmisch empfindsame "Hilde", die von der überragenden Christiane Hagedorn im grünen Hosenanzug (Bühne und Kostüme: Tina Toeberg) als der älteren, gereiften und kratzbürstiger gewordenen "Knef" schon mal zusammengestaucht wird. Als die Lebensgeschichte zu dem Film "Die Sünderin" kommt, der wegen Knefs nackter Brüste in der noch jungen Bundesrepublik einen Sturm der Entrüstung entfachte, weist die Ältere der Jungen unsentimental die Zuständigkeit fürs Pornographische zu - ohne dass die zurückhaltende Regie Katrin Herchenröthers diesbezüglich geweckte Erwartungen bedienen würde.
Es sind nicht so sehr die einzelnen Stationen im intensiven Leben der Knef mit ihren Höhen und Tiefen, die fesseln, von der ersten Liebe, dem ersten Kuss bis zum letzten. Es berührt die unbedingte Liebe zum Leben, das gelebte Credo, das auch die Lieder trägt: dass es nur die Liebe ist, die das Leben lebenswert macht. Die authentischen Chansons sind meilenweit entfernt von sentimentaler Schnulze und oberflächlicher Schnoddrigkeit und berühren unmittelbar in ihrer ungeschützten Aufrichtigkeit.
Meist am Flügel, aber auch am Keyboard, mit dem Saxophon und der Ziehharmonika begleitet Robert Kretzschmar swingend und erfreulich unaufdringlich die Sängerinnen, ohne die manchmal etwas ungestüm davoneilende Enders immer einfangen zu können. Im musikalischen Arrangement William W. Murtas trifft er den richtigen, lebendigen Ton für eine Liedkultur, die es so nicht mehr gibt.
Als nach eindreiviertel Stunden das titelgebende "Für mich soll"s rote Rosen geben" erklingt, kann sich das vom reflektierten Licht einer Discokugel angestrahlte Premierenpublikum dem Wunsch nicht entziehen, dass dies der Knef - und ein bisschen ihm selber auch - zu gönnen gewesen wäre, und spendet langanhaltend begeisterten Beifall.
Hanns Butterhof, Recklinghäuser Zeitung, 23. September 2011
...Trumpf des 90-minütigen Abends mit Robert Kretzschmar am Klavier bleiben die Songs, für die die Knef selbst auch Texte geschrieben hat. „Ich bin zu müde, um schlafen zu geh´n“ singt sie zu Beginn, zwischendurch geht´s bergab, sie braucht Tapetenwechsel, am Ende dürfen rote Rosen regnen: Nachkriegsgeschichte, die sich in einem bewegenden Leben und starken Liedern spiegelt...
...Der Mann am Klavier wurde gleich im ersten Song erschossen, stand zum Glück aber wieder auf und spielte so virtuos wie das komplette UFA-Filmorchester: Für Robert Kretzschmar sollte es die meisten roten Rosen regnen....
Regie: Katrin Herchenröther
Bühnenbild und Kostüme: Tina Toeberg
Musikalische Leitung: Robert Kretzschmar
Dramaturgie: Wilfried Harlandt
Mitwirkende:
Kathrin-Marén Enders (Hilde)
Christiane Hagedorn (Knef)
Robert Kretzschmar (Piano)

